Aktualisiert (Sonntag, 20. September 2009 um 20:00 Uhr)

Pressemitteilung vom 16.09.2009

Kommentar der Wählergruppe FÜR VOLKSENTSCHEIDE zum Kandidatenduell: Oder der Begriff der Rammelwolle!

Der Lepus Europeus ist ein als Kulturfolger eingeordneter Mitbewohner unseres Landes, der die Nähe zum Menschen zwar nicht durchweg scheut, es aber durchaus versteht eine gewisse Distanz zu ihm zu wahren. So wird er zwar gern und oft gesehen, sein artinternes Verhalten hat sich aber dennoch nicht zur Gänze dem menschlichen Schatz an Allgemeinwissen vollständig integriert.

Vor allem zwischen den männlichen Exemplaren wird des Öfteren eine Art von Boxkampf beobachtet, der zur Paarungszeit intensiver betrieben wird, jedoch selten zu ernsthaften Verletzungen führt. Weniger bekannt ist, dass diese rituellen Boxkämpfe auch zwischen den Geschlechtern vorkommen. Bezeichnend dabei: Es geht nicht darum geht, den Gegner zu besiegen, sonder eher darum die Qualität der eigenen Eigenschaften mit denen des Gegenübers zu vergleichen.

Dabei fliegen dann oft deutlich sichtbar die Fetzen in Form ausgerissener Haare und Fellbüschel. Was den uneingeweihten Laien womöglich grausam anmuten mag, ist indes nicht weiter tragisch, denn Fell wächst nach und ist im Überfluss vorhanden. Der gemeine Feldhase trägt durch den Verlust dieses als „Rammelwolle“ bezeichneten Haares keinen bleibenden Schaden davon. Dennoch ist das Schauspiel so beeindruckend, dass unsere Vorfahren daraus den Begriff des „Sich-in-der-Wolle-liegen“ geprägt haben und diesen seither auch auf öffentliche sichtbare menschliche Auseinandersetzungen zur Anwendung bringen. Die dabei anfallende Rammelwolle zeigt beim Hasen den Beginn der Paarungszeit an.

Der Lepus Europeus liegt sich in der Wolle, um einerseits Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen, andererseits auch um potentielle Partner besser kennen zu lernen. Und gerade diese harmlose Form der Auseinandersetzung trägt dazu bei, dass wir den Feldhasen als possierliche und putzige Erscheinung des Tierreichs kennen und lieben. Sein positives Bild und seine Fruchtbarkeit machen ihn zum Symbol des Osterfestes und drücken unseren Wunsch nach den beschaulichen Aspekten des Lebens aus.

Bei der Spezies Politiker wiederholt sich dieses Verhalten. Regelmäßig zu den Wahlen liegt man sich in der Wolle, die Fetzen fliegen, manche Vertreter bekommen lange Ohren und hören das Gras wachsen und der ganze Rummel läutet die politische Paarungszeit ein: Die Parteien werben um Wähler und auch um gegenseitige Gunst. Woran es nun liegen mag, dass zwischen Angela Merkel und Frank Walter Steinmeier die Fetzen nicht in erhofftem Maß geflogen sind, sei dahingestellt. Schließlich kennt der eine die Qualitäten des anderen und sie sind zusätzlich Partner verschiedenen Geschlechts. Insofern könnte man die sanften gegenseitigen Attacken als Liebesspiel deuten, denn eines ist sicher bei Hasen wie Politikern: Nach dem Ritual wird wieder heftig kopuliert bzw. koaliert.

Was wir als Wähler dabei entscheiden können, dürfen und wollen ist wie immer Nebensache. Deshalb haben beide das Thema VOLKSENTSCHEIDE auch in bester Choreographie vermieden. Denn an dieser Stelle könnte man dem Wähler auch zu viel Fruchtbares und Gebärfähiges präsentieren und sich dabei entsprechend eigener Programmatik ganz ordentlich in die Haare kriegen. Das Fehlen dieser erst kürzlich im Bundestag erneut besprochenen Frage schulden wir indes den Moderatoren, die sonst provokativen Fragen nicht ausgewichen sind.

Deshalb fragen wir: Wenn schon ein Verhalten wie bei den Osterhasen gezeigt wird, wo bleiben dann die Eier

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