Aktualisiert (Dienstag, 25. August 2009 um 21:03 Uhr)
Denken Sie nur mal an Folgendes: Über 80 % der Deutschen wünschen sich eine einheitliche Schulform in der gesamten Republik! Dennoch wachen die Länder – allen voran Bayern – eifersüchtig über diese Domäne der Landespolitik. Zum Nachteil der Schüler, wie sich mittlerweile zeigt. Denn nicht nur die Sachsen liefern die besseren Ergebnisse.
Doch auch das ist Landespolitik, für die wir ja (noch) per Volksentscheid Verantwortung übernehmen können. Es gäbe genug andere Themen. Sicher, wenn es Volksentscheide gäbe, dann würde die Todesstrafe wieder eingeführt sagen manche. Da frage ich: Warum haben wir die Todesstrafe dann in Bayern erst vor 11 Jahren mit Mehrheit abgeschafft? Trotz Verbrechen wie dem an Ursula Herrmann? Wovor haben diese Leute denn Angst? Vor der eigenen Courage?
Kommen Sie zu mir und sprechen Sie mit mir darüber. Ich möchte von Ihnen hören, was Sie bewegt. Denn nur ein Abgeordneter, der mit den Menschen spricht, ist ein echter Vertreter des Volks. A pro Pos? Kenn Sie eigentlich den direkt gewählten Abgeordneten aus Ihrem Wahlkreis?
Nun, wie kommet also jemand, der in keiner Partei organisiert ist, dazu, zu kandidieren? Es ist einfach, simpel und banal, wie es nur sein kann: Ich bin unzufrieden und mich beschleichen beklemmende Gefühle, wenn ich die politische Realität in unserem Land sehe. Nun lebe ich seit mittlerweile 26 (von 44) Jahren als Volljähriger Wahlberechtigter Bürger in diesem Land. Um meine erste Wahl wurde ich knapp betrogen, denn die war am 06. März 1983. Strauss stand nicht als Kanzler zur Wahl, also war es mir nicht so wichtig. Aber ich habe begonnen mich dafür zu interessieren. Später habe ich dann auch an der Universität die entsprechenden Fächer studiert. In erster Linie deshalb, weil ich schon immer dahinter kommen wollte, wie es ein kann, das die einen über die anderen bestimmen. Beim Fußball ist die Sache klar, da gibt es Regeln und Schiedsrichter. Aber keiner muss mitspielen, dem das nicht gefällt. Außerdem betrifft es doch nicht das ganze Leben.
Aber für die gesamte Gesellschaft ist das schon ganz schön kompliziert, oder? Aber muss es das sein? Ich glaube, weniger ist manchmal mehr und habe mich deshalb immer wieder gefragt, warum sich eigentlich der Staat einerseits in so vieles so umfassend einmischt, andererseits so vieles unerledigt bleibt. Mal unter uns: Von außen betrachtet sieht das Ganze doch oft wie eine gigantische Seifenoper aus, ein riesiger Popanz, ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, ein Aufwand ohne Ergebnis, ein gewaltiges Kabarett, und was weiß was noch!
Doch wo sind die Ergebnisse? Seit den Zeiten Norberts Blüms wird an einer Reform des Gesundheitswesens herumgebastelt, wird die Rente immer weiter deformiert, wobei der Sinn der Rente zunehmend aus dem Blickwinkel gerät? Nun Rente mit 69? Was spielt sich da zwischen Notwendigkeit und Gerechtigkeit alles ab?
Von den angebotenen Lösungen dieser Fragen war ich schon damals nicht überzeugt. Dann habe ich mich entschlossen, in eine Partei einzutreten, um meine Energie dort einzubringen. Das war der Tiefpunkt meiner persönlichen politischen Erfahrung. Die Mitglieder des betreffenden Kreisverbands waren nicht daran interessiert, etwas zu gestalten und Impulse einzubringen. Noch nicht mal zur Wahl eines Kreisvorsitzenden hat es gereicht. Zum Landesparteitag im Vorfeld der Wahl 1994 wollte man auch keinen Delegierten schicken. Sie waren aber auch nicht bereit, mir als neuem Mitglied zumindest die Teilnahme am Parteitag zu ermöglichen. Desinteresse in einem Ausmaß, das ich selbst das Interesse verloren habe und ausgetreten bin. Danach war ich teilnehmender Beobachter, bin Wählen gegangen, war aber nie zufrieden, mit dem was die Parteien abgeliefert haben. Die Wahl Schröders war für mich ein Tiefpunkt der demokratischen Geschichte Deutschlands, denn damals wurde nicht Schröder gewählt, sondern Helmut Kohl abgewählt. Schröder war die logische, weil einzige Alternative.
Der komplette Text der Einladung zum Bürgergespräch
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